Sclerosis multiple Symptome

Alles über Spastik


Wie wird Spastik therapiert?

Menschen mit MS und Spastik werden meistens von einem interdisziplinären Team mehrerer medizinischer Fachleute behandelt. Dieses setzt sich aus Fachärzten und Pflegefachkräften, Psychologen, Logopäden und/oder Physiotherapeuten zusammen. Gemeinsam entscheiden sie über die beste Therapie für Sie.

Spastik wird meist von einem Team verschiedener Fachleute behandelt.

Die Zielsetzungen bei der Behandlung der Spastik sind:

  • Mobilität: Der Spastik-Patient soll die betroffenen Gliedmaßen besser benutzen können und wieder in der Lage sein, seine Aktivitäten des täglichen Lebens durchzuführen.
  • Wohlbefinden: Die im Zusammenhang mit Muskelsteifheit oder Krämpfen auftretenden Schmerzen und Beschwerden sollen verringert werden.
  • Körperpflege: Durch eine verbesserte Haltung soll eine selbstständige persönliche Hygiene erleichtert werden.
  • Lebensqualität: Die Fähigkeit, die Aktivitäten des täglichen Lebens durchzuführen, soll beibehalten oder verbessert werden (z.B. Mobilität , Arbeit, Familie oder Freizeitaktivitäten).

Die Therapie von Spastik enthält u.a. Koordinationsübungen, die den Alltag der Patienten vereinfachen sollen

Zu Ihrer Information sind die verfügbaren Richtlinien zur Behandlung der Spastik im Zusammenhang mit MS unten beschrieben:

1. Nicht-pharmakologische Behandlungen

a) Physiotherapie

Physiotherapie (Rehabilitation) ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung der Spastik-Symptome und bietet folgende Möglichkeiten:


  • Physiotherapie: Hier werden Übungen zur passiven Streckung in regelmäßiger Durchführung gezeigt. Denn diese Übungen helfen, die Muskeln, die durch die Spastik geschwächt werden, wieder zu stärken, dehnen und zu entspannen. Gleichzeitig wird die Mobilität der Gelenke verbessert und die Durchblutung gefördert. Bei der Physiotherapie werden Ihnen unter Umständen auch eine Reihe von Übungen gegen Ihre Spastik-Symptome gezeigt, die Sie zu Hause selbstständig nachmachen können.

Dehn- und Streckübungen zur Therapie von Mobilitätsverlust bei Spastik

    Bevor er über eine Behandlung entscheidet, untersucht der Physiotherapeut den Spastik-Patienten. So kann er eine Vorstellung davon  bekommen, wie es dem Patienten geht und wie gut er sich bewegen kann. Die Physiotherapie kann dabei helfen, Symptome zu lindern und verhindern, dass der Patient bei Bewegungen eine falsche Haltung einnimmt oder sich schlechte Angewohnheiten einschleichen, die die Spastik verschlimmern könnten. In manchen Fällen ist es nötig, dass der Patient seine Art zu gehen ändert oder ein Hilfsmittel benutzt, das ihm die Bewegung erleichtert . So kann Muskelkrämpfen vorgebeugt werden.

    Bei leichter Spastik werden die Patienten in der Regel angewiesen, mit Stärkungs- und Dehnübungen für eine gute körperliche Verfassung zu sorgen. Bei mittelschwerer bis schwerer Spastik kann der Physiotherapeut Übungen und Körperhaltungen zeigen, die den Muskeltonus reduzieren (um einen übermäßigen Muskeltonus zu vermeiden, damit die Muskeln weniger steif sind). Auch Kältetherapie und Muskel-Mobilisationstechniken gehören zu seinem Repertoire.

    Der Physiotherapeut stellt für den Patienten gewöhnlich ein Therapie-Programm mit Dehnübungen zusammen. Damit soll die richtige Muskellänge erhalten bleiben und sich gleichzeitig die Chancen erhöhen, dass Krämpfe seltener werden und die Muskeln weniger steif sind. Diese Dehnübungen können aktiv (vom Patient alleine) oder passiv (mithilfe einer anderen Person) durchgeführt werden, weshalb der Physiotherapeut des Öfteren auch den Betreuer des Spastik-Patienten mit einbezieht.

Übungen zur Stärkung der Muskeln bei Spastik-Patienten

  • Hydrotherapie (Übungen im Schwimmbad) kann auch zur Entspannung der Muskeln von Spastik-Patienten beitragen. Manchmal erweist sich auch die Anwendung von Kühlpads oder ähnlichen Hilfsmitteln (Kryotherapie) als hilfreich. Auch Massagen können Muskelsteifheit reduzieren.

Hydrotherapie bei Spastik

  • Ergotherapeuten arbeiten, wenn möglich, mit den Physiotherapeuten zusammen. Sie versuchen herauszufinden, inwiefern die körperlichen Symptome das tägliche Leben der Patienten beeinträchtigen. Sie wollen dabei helfen, die Selbstständigkeit der MS-Patienten beizubehalten, indem sie ihnen bestimmte Bewegungen beibringen, die ihre spastischen Symptome berücksichtigen. So stellen sie zum Beispiel fest, wie das Aufstehen und Hinsetzen des Patienten bzw. seine Bewegung zum und vom Stuhl weg durch die Spastik beeinträchtigt wird. Ein Ergotherapeut empfiehlt außerdem bestimmte Hilfsmittel, die dem Patienten bei der Durchführung von Bewegungen im Alltag helfen. In dem Zusammenhang wird sichergestellt, dass Bett, Stuhl oder Rollstuhl des Patienten für ihn geeignet sind.

b) Operation

Je nach Patient und dem Ausmaß seiner Krankheit, kann eine Operation eine geeignete Alternative für schwere Fälle von Spastik darstellen. Zur Behandlung der Spastik werden verschiedene Arten von Operationen angesetzt.

  • Die orthopädische Chirurgie kann zum Einsatz kommen, wenn die Sehnen verlängert, Gelenke gesichert oder Fehlbildungen anderer Art korrigiert werden sollen.
  • Die operative Korrektur kann zusammen mit der geeigneten Rehabilitation  Ruhephasen verlängern, Schmerzen verringern und Wundliegen (geschwächtes Hautgewebe, das hart, trocken und perlweiß, grau oder schwarz wird) vermeiden.

c) Verschiedene orthopädische Orthesen: sollen dafür sorgen, dass deformierte Gliedmaßen durch eine korrekte Haltung wieder benutzt werden können.

d) Alternative Behandlungsmethoden: umfassen Akupunktur (bei bestimmten Schmerzarten) und Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation.

Meditation zur Therapie von Spastik-Symptomen


2. Primäre medikamentöse Behandlungen

Es können verschiedene Medikamente zur Behandlung der Spastik verschrieben werden: von Muskelrelaxantien bis hin zu niedrig dosierten Antiepileptika. Die wichtigsten Medikamente werden weiter unten beschrieben.

  • Orale Muskelrelaxantien
  • Benzodiazepine
  • Zugelassene Cannabinoide

3. Invasive (injizierbare) medikamentöse Behandlungen

Lokal injizierbare medikamentöse Behandlungen sind eine mögliche Alternative für Patienten mit Spastik, die nur einen kleinen Bereich betrifft (fokale Spastik) oder nicht auf orale Medikamente anspricht. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Neurotoxine: Neurotoxine werden direkt in den Muskel injiziert, reduzieren die Muskelspannung und behandeln lokale (fokale) Spastik. Die Wirkung hält ca. zwei bis vier Monate lang an. Diese Behandlung ist oft Teil eines Programms, das auch Rehabilitationsmaßnahmen umfasst.
  • Nervenblockaden unter Verwendung von Neurolytika: Durch Injektion von Phenol oder Alkohol in die Nervenenden des von Spastik betroffenen Bereichs, werden diese zerstört und so eine Entspannung der Muskeln erreicht. Die Ergebnisse halten nur relativ kurz an. Die Behandlung muss alle paar Monate wiederholt werden.
  • Intrathekal verabreichte Muskelrelaxantien: ein letztes Mittel für Patienten mit Spastik in den unteren Gliedmaßen, die nicht in angemessener Weise auf andere Medikamente ansprechen oder diese nicht vertragen. Zu ihrer Verabreichung wird ein Katheter (dünner Schlauch) in den Thekalsack (Bereich, der das Rückenmark umgibt) eingeführt und an ein Medikamentenreservoir mit einer Infusionspumpe angeschlossen. Dieser wird zur direkten Verabreichung des Medikaments in das Rückenmark operativ unter die Bauchhaut des Spastik-Patienten implantiert. Das erfordert besondere Sorgfalt.

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